|
Kreuzweg
Heimwärts zieht die Sonne, tiefer Sinkt sie, lodert bernsteinfarben, Auf der Wolken grauem Schiefer Flammen Risse auf wie Narben. Schatten werden länger, leiser Spechte gegen Borke hämmern, Eichelhäher irren heiser Krächzend durch das Abenddämmern.
Flecken späten Lichtes hasten Über moderbraune Flächen, Fahle Strahlenfinger tasten Zwischen Blättern und zerbrechen. Äste umgestürzter Bäume Knarrend zu den Schatten flehen, Nacht bemächtigt sich der Träume; Wohin, wohin jetzt noch gehen?
Gib dich, Herz, nur hin der Stunde, Ihrem Walten, groß und dunkel; Deine allertiefste Wunde Ist ein kostbarer Karfunkel, Der als Leitstern, dich zu hüten, Einst sein Licht wird hell ergießen, Wenn im Orkus deiner Mythen Letzte Bilder jäh zerfließen. |
 |
|
|