|
Lied zur Nacht
Wenn der Tag betäubte Dich mit seinem Tand, Nimm die traumbestäubte Fiedel von der Wand.
Spanne flink die Saiten, Stimme Ton für Ton, Laß ein Lied entgleiten, Aller Welt zum Hohn.
Klang allein soll walten, Ihm verschaffe Raum. Niemand kann dich halten, Folgst du deinem Traum.
Traue nicht der leisen Töne Trug und Zier, Laß Zigeunerweisen Wettern nur aus dir.
Glanz von schwarzen Haaren, Feuer, Unrast, Wein, Flechte in die Scharen Deiner Noten ein.
Lasse Sang erklingen, Frei, wie Wolkenflug - Leben um zu singen Ist schon Sinn genug.
Soll der Bogen flitzen Über Saiten schrill, Bis dein Lied verblitzen Bei den Sternen will.
Spiele dir zur Feier, Ohne Fron und Frist; Niemals bist du freier Als du heute bist.
für Roxane |
 |

|
|