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Falken-Eid
Wurzelt denn die Blaue Blume noch in dir? War je Balders Braue Deiner Sommer Zier?
Runen, die du fandest, Waren staubverhüllt, Wünsche, die du sandtest, Blieben unerfüllt.
Erstes Silber nistet Schon in deinem Haar Und dein Gang, befristet, Endet am Altar.
Glätte letzter Träume Wirres Federkleid, Keine Zeit versäume: Sprich den Falkeneid;
Nur des Himmels Weite, Unterm Odalstern, Sei mein Maß. Ich streite Ohne Sold und Herrn.
Fliegen will ich, fliegen. Dies ist mein Gewinn; Ich will licht-verstiegen Werden, der ich bin.
Deine Flügel spreizen Sollst du, dir getreu; Nur im Flug der Weizen Trennt sich von der Spreu.
Reitest du den Tiger Und bezwingst auch ihn, Atmet aus dir, Krieger, Bruder Hölderlin.
Blitze, dir zu eigen, Tragen deinen Reim, Wenn der Schatten Schweigen Dich geleitet heim.
Dann bist Korn und Krume Du, vom Licht verzecht, Blühst als Blaue Blume Künftigem Geschlecht. |
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