Uwe Nolte

Gib Acht!

Oft gepriesen in den Sparten
Schöner Kunst, in deinem Garten
Trauter Nachtigallgesang erklingt.
Abends kannst du kaum erwarten,
Daß ihr Liebeslied sie singt.

Wenn das Tagwerk will verschwimmen,
Deine Sterne milder glimmen,
Denkst du öfter, ohne Spott,
Zu dir spricht mit Weltallstimmen,
Süße Töne singend, Gott.

Heute sitzt vor deinem kleinen
Haus du mit verschränkten Beinen,
Aller Zweifel von dir wich,
Und du willst betört schon meinen,
Daß sie sänge nur für dich.

Da, ein Katzenschatten wieder
Vor ihr tänzelnd auf und nieder
Springt! Ein Ton schrillt, wie vergeigt!
Durch die Lüfte schwirrt Gefieder
Und die Stimme Gottes schweigt.

Hüte dich, je anzunehmen,
Gott entspräche den Emblemen
Deiner Kunst; ihn faßt kein Reim!
Vielleicht schleicht in Schattenschemen
Er schon lauernd um dein Heim?