Uwe Nolte

Verlorene Gabe

Ich hatte eine Gabe;
Ich glaubte schon als Kind
An Gottes Lied, ich habe
Vernommen ihn im Wind.

Ich ahnte, daß er wohnte
In Pflanze, Tier und Stein,
Dafür er mich belohnte
Mit unbeschwertem Sein.

Dann habe selbst vermutet
Ich später ihn im Wein,
Bin ohne ihn verblutet
In mancher Nacht, allein.

Zwar hat er mich gesegnet
Mit seinem Überfluß,
Doch bin ich ihm begegnet
Erst bei dir, Kuß um Kuß.

Und seit du gingst erfrage
Ich weder Ziel, noch Sinn,
Sind gottlos meine Tage,
Wo immer ich auch bin.