|
Verscheuchter Zauber
Du, beschenkt vom Sang des Windes, Rauschbestäubt von Pollenschnee, Pilgerst mit dem Blick des Kindes Bergab über Hiddensee,
Siehst die Ginsterkelche golden Prunken auf dem Wiesenmeer, Farbenspiele aller Dolden Kreisen flirrend um dich her.
Oberon tanzt auf der Wellen Flimmerschäumen und du winkst Noch ihm zu, bevor in hellen Augenblicken du ertrinkst.
Leichter hatte nie zerfließen Können deiner Sinne Bann; Auf dem größten Fels der Wiesen Sitzt ein Zauneidechsenmann,
Blickt nach dir, als würde harren Deiner schon Äonen er, Du verbleibst noch, mußt erstarren Vor dem Steinthron, andachtsschwer.
Um die schlanken, glanzbeflaggten Flanken seines Leibes weht Ein Gewand, ganz von Smaragden Und Saphiren übersät.
Dunkel raunt dein Puls Gebete, Jäh der Zeiten Strom versiegt, Magisch walten einst gesäte Wünsche, rings die Welt verfliegt.
Einzig du und er bewachen Unbewegt den Mittagshag, Alle Götter in dir lachen; Nie sahst schöner du den Tag!
Er, gelassen, äugt mit einer Geste zu dir, königlich Ist sie und du machst dich kleiner, Schleichst behutsam näher dich,
Still! du kannst den Herrn der Echsen Fangen, siehst ihn zwinkern schon, Doch er scheint dich zu verhexen: Nur ein Rascheln ist dein Lohn.
Und ein Schreck faucht, deine Glieder Lähmend, in dein Herz hinein; Niemals, niemals wirst du wieder So nah solchem Zauber sein. |
 |
|
|