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"Außerdem haben sie noch eine Art von Liedern, durch deren Vortrag, BARDITUS geheißen, sie sich Mut machen und aus deren bloßem Klang sie auf den Ausgang der bevorstehenden Schlacht schließen; sie verbreiten nämlich Schrecken oder sind selbst in Furcht, je nachdem es durch ihre Reihen tönt, und sie halten den Gesang weniger für Stimmenschall als für den Zusammenklang ihrer Kampfeskraft. Es kommt ihnen vor allem auf die Rauheit des Tones und ein dumpfes Dröhnen an: sie halten die Schilde vor den Mund; so prallt die Stimme zurück und schwillt zu größerer Wucht und Fülle an." |
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BARDITUS findet sich nur an dieser einen Tacitusstelle; in einigen schlechteren Tacitus- handschriften steht stattdessen barritus. Bei Ammianus und Vegetius (beide im 3. Jahr- hundert) bezeichnet barritus 'barbarisches und römisches Kriegsgeschrei.' Wahrscheinlich hat man in späterer Zeit barditus als barritus 'Elefantengebrüll' verstanden (in dieser Be- deutung erstmals bei Apuleius im 1. Jahrhundert), zu barrus 'Elefant'.
Barditus ist also wohl von kelt. bardos abgeleitet ('Gesang nach Art der Barden'), scheint aber eine lateinische Bildung zu sein. Verbalnomina auf -itus sind im Lateinischen häufig, im Keltischen kaum nachzuweisen und im Germanischen selten:
lat. auditus 'Gehör', spiritus 'Wind, Geist' < audire 'hören', spirare 'wehen, atmen' ahd. zimbrid 'Bau', ferid 'Schifffahrt' < zimmern, fahren. |
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