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Nimm der Zeiten Garn und spul Fäden, die die Norn nicht löst. Ruf die Schläfer aus dem Pfuhl: Wo sie dämmern, Traum-entblößt, Schattet golden Irminsul, Krone, die du spät erhöhst.
Laß die Sichel, häng dein Horn In des Weltenbaums Geäst. Kommt der Sommer, wächst kein Korn, Lädt kein Herold uns zum Fest. Nur der Dunkle wacht im Dorn, Und der Sperber hegt sein Nest.
Pfähle, in den Grund gerammt, Binsen, auf die Flut geneigt: Was aus einer Wurzel stammt, Hat sich in die Zeit verzweigt. Wenn der Tag des Pan verflammt, Steht die Säule noch und schweigt.
Warf der Bote dir das Los, Färbt der Herbst die Blätter braun. Bricht die Säule mit Getos, Stehst du, um den Sturz zu schaun. Aus der Tiefe, aus dem Schoß, Tönt es weiter, das Geraun.
Halt die Muschel an dein Ohr: Bäche Blutes pulsen dumpf. Schwert des Boten, der dich kor, Schlug dem Hirsch das Haupt vom Rumpf. Nur die Schlange ragt am Tor, Schimmernd auf der Säule Stumpf.
Wo die Trümmer an den Traum Grenzen, stößt die Stirn sich wund. Manchmal scheint ein Licht am Saum, Treten Götter in das Rund, Trägt die Aue goldnen Flaum, Blüht im Dunkel dir der Mund.
Sucht vom Schattenborn der Uhl Seinen Weg im Nebel spät, Spann die Schwingen aus und buhl Mit dem Schnitter, der dich mäht. Wer da saß auf goldnem Stuhl, Schläft, ins Fell der Nacht genäht. Dunkel schattet Irminsul Auf den Quell, der nichts verrät.
Rolf Schilling |
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